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Der Pakt für den Süden

Im Laufe von 2003 befragten Wohnungsbaugesellschaften Tausende Einwohner der Stadtregion Rotterdam über ihre Wohnerfahrungen. Die Ergebnisse waren besorgniserregend. Viele Einwohner von Rotterdam-Süd waren unzufrieden über ihre Wohnumgebung. In erster Linie nicht über ihre Wohnung, sondern über ihr Wohnumfeld: die Nachbarn, die Qualität der Einrichtungen, die eigenen Perspektiven. Für die fünf Wohnungsbaugesellschaften der Südstadt (Woonbron, Woonstad Rotterdam, Com?Wonen und Vestia), die drei Teilgemeinden (IJsselmonde, Feijenoord und Charlois) und die Gemeinde Rotterdam war das ein Grund, sich zu einem einzigartigen Gemeinschaftsverband, dem „Pact op Zuid“, zusammenzutun, um die negative Spirale umzukehren.

Der Pakt für den Süden ist im Herbst 2006 in Kraft getreten. Die zwei Hauptziele des Pakts sind:

  1. Erhöhung der Zufriedenheit der Einwohner
  2. Beschränkung der selektiven Migration

Rotterdam-Süd soll, kurz gesagt, auf dem Gebiet von Wohnen, Einkommen, Schulresultaten und Beschäftigungsangebot auf dasselbe Niveau gehoben werden wie der Rest der Stadt.

Rotterdam-Süd soll wieder ein attraktiver Teil der Stadt zum Wohnen, Arbeiten, Studieren und auf Freizeitgebiet werden, der genügend Chancen für die Einwohner und für Unternehmer bietet. Der Pakt für den Süden ist ein Zusatzprogramm, eine Ergänzung zu den regulären Programmen der Gemeinde und der Teilgemeinden und zu den Investitionen der Wohnungsbaugesellschaften. Vereinbart wurde, dass in der Periode 2006-2016 eine Milliarde Euro zusätzlich in die physischen, sozialen und wirtschaftlichen Qualitäten der Südstadt investiert werden. Die Wohnungsbau¬gesellschaften nehmen davon gut 870 Millionen auf ihr Konto, die Gemeinde und der Staat den Rest.

Der Pakt für den Süden basiert auf vier Eckpfeilern, die zusammen die sozialen, wirtschaftlichen und physischen Qualitäten des Südteils der Stadt erhöhen sollen. Das soll sich auf drei Ebenen vollziehen:

Starke Nachbarschaften: Auf der Ebene der Nachbarschaft wird in die Schaffung von Arbeitsplätzen, Schulung und Gesundheitspflege investiert. Das soll zu einem höheren Anteil der mittleren und gehobenen Einkommensklassen, zu höherer Arbeitspartizipation, höherem Ausbildungsniveau und weniger Schulabbrechern im berufsbildenden Unterricht führen.

Attraktive Viertel: Die heutige Wohnumgebung in der Südstadt entspricht nicht den Wünschen der heutigen und der potenziellen künftigen Einwohner. Die meisten Wohnungen sind klein, gestapelt und billig. An Grünanlagen herrscht kein Mangel, aber sie sind ungepflegt. In den kommenden Jahren sollen darum vor allem Einfamilienhäuser gebaut und die Grünanlagen in Schuss gebracht werden. Das soll in einem größeren Wohnungsbestand mit Zukunftswert, einem Wertzuwachs der bestehenden Wohnungen und einer besseren Bewertung ihrer Nachbarschaft durch die Einwohner resultieren.

Starke Südstadt: Es wurden fünf Schwerpunkte definiert, denen bei der Entwicklung von Rotterdam-Süd und Umgebung zentrale Bedeutung zukommt. Sie sollen die Voraussetzungen für wirtschaftliches, physisches und soziales Wachstum schaffen. Die Ausstrahlung dieser ansprechenden Entwicklungsvorhaben reicht weit über die Südstadt und die Grenzen Rotterdams hinaus.